Sonntag, 7. September 2008

Mainova Abzocke in 2.Akten - netter Versuch

Aus beruflichen Gründen zog ich im Sommer 2005 in das schöne Frankfurt.
Hier besetzt Mainova ein quasi Monopol für Gas und Strom. Die Nebenkostenpauschale übernahm ich, ohne besseren Wissens von meiner Vormieterin. Da mein Beruf recht tagefüllend ist und ich abends erst immer spät nach Hause gekommen ist, habe ich es vermieden von montags bis freitags überhaupt die Heizung (einziger Gasverbraucher) anzustellen, sondern nur am WE zu heizen.

Soweit so gut. Nach einem Jahr bekam ich dann die Jahresabrechnung von Mainova mit der freundlichen Bitte knappe 700 € nachzuzahlen. Hauptursache war ein exorbitanter Gasverbrauch, der einer Familie Konkurrenz gemacht hätte. Hmm also entweder ist meine Heizung unglaublich schlecht oder die Wohnung quasi nicht isoliert. Beides erschien mir nicht als zweckmässige Erklärung. Als ich Mainova mit dem Problem konfrontierte, das wocheendliches Heizen und ein Gasverbauch wie eine Großfamilie nicht zusammenpassen, bekam ich nur Standard blabla als Antwort.

Kurz bevor ich zur nächsten Heizperiode meine Heizung wieder anstellen wollte, kontrollierte ich mal meinen aktuellen Gasverbrauch. Da meine Heizung der einzige Gasverbraucher ist, hätte sich da eigentlich nicht viel tun sollen. Soweit zur Theorie. Mein Gaszähler wies mir einen größeren Verbrauch nach. Komisch das, da ich meine Heizung seit der letzten Abrechnung noch gar nicht wieder an hatte.

Mein erster Ansprechpartner für dieses Mysterium schien mir Mainova zu sein, allerdings war man hier nicht zuständig, aha... ich sollte erst einen externen Gasinstallateur mit dem Problem betrauen. Soviel zum Thema Service. Der externe Gasinstallateur konnte allerdings keine Unregelmäßigkeiten feststellen. 3 Tage später war mein Zählerstand wieder merklich vorangeschritten ohne das ich die Heizung an hatte. Also wieder Mainova konfrontiert und diesmal bekam ich zur Antwort das man gerne das Notfallteam vorbeischicken würde, welches den Zähler kontrolliert und ggf. ausbaut und überprüft. Sollte bei dieser Überprüfung kein Fehler im Zähler nachgewiesen können, würde mich der Spaß 400 € kosten. Das klang mir sehr nach Abschreckung und das Schauspiel wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also Notteam antanzen lassen, Zähler ausgebaut und alles fein sollte man meinen. Zum Vergleich ließe ich in der Nacht meine Heizung aus, d.h. am nächsten morgen hätte der Zähler immer noch auf Null stehen müssen, weit gefehlt. Also Mainova wieder angerufen und das Notteam wieder antanzen lassen. Die Höflichkeit seitens Mainova ließ jetzt schon deutlich nach.

Nach diversen Checks an Heizung, Gasleitung und Zähler stellte sich heraus, das der Zähler der mir zugeschrieben wurde, gar nicht meiner war, sondern der meiner Nachbarin! Äh ja, die das Gebäude besteht nur aus drei Wohnungen und dann zwei Zähler davon zu vertauschen ist schon eine reife Leistung. Das Erstaunen seitens der Mainova Mitarbeiter war dann auch nicht gerade gering.

Wer jetzt die Hoffnung hatte, das ganze ließe sich schnell klären, wurde eines besseren belehrt. Das ganze Procedere der Rückzahlung seitens Mainova dauerte über ein halbes Jahr und auch nur dank mehrmaligen Erinnerns! Die Übernahme der Kosten für den externen Gasinstallateuer lehnte Mainova übrigens ab und es bedurfte erst das Auffahren schwerer Geschütze bis Mainova aus Kulanz die Kosten übernommen hat. Muss ich da jetzt dankbar sein ?

Zu nächsten Jahresabrechnung wurde mir dann der Verbrauch meines richtigen Zählers in Rechnung gestellt, Respekt und der Verbrauch des neu eingebauten Zählers auch. Äh was, hatten wir nicht gerade rausgefunden das mein alter Zähler gar nicht meiner war und dadurch der Ausbau des alten Zählers impliziert das dies auch nicht meiner war, sondern der meiner Nachbarin ? Na ja Mitdenken scheint keine Stärke der Mainova Mitarbeiter zu sein, also mal wieder höflich daran erinnert. Wer jetzt glaubt, dass das Thema schnell geklärt werden konnte, na ja man kann es sich denken. Es wurde extra noch mal ein Mitarbeiter von Mainova rausgeschickt und alles zu überprüfen, aber ein paar Monate später war auch diese Posse beendet.

Basierend auf diesen Erfahrungen erschien mir Mainova als zu anstrengend in der Betreuung für mich. Für Gas gibt es leider keine wirkliche Alternative, also wenigstens den Stromanbieter gewechselt. Der Wechsel wurde im Mai 2008 vollzogen und jetzt darf jeder mal raten welchen Zeitraum Mainova mir den Strom berechnet hat. Rischtisch für das ganze Jahr bis einschließlich August 2008. Äh ja, das ganze is still in progress und ich werde berichten.....

Jetzt hätte ich ganz vergessen zu erwähnen das meine Vormieterin 40 Jahre in der Wohnung gelebt hat, d.h. seit 40 Jahren wurden falsche Zähler abgerechnet. Eine Gratulation für diese Jubiläum sollte man sich allerdings schenken...

Viel Spaß beim Blick auf die nächste Jahresabrechnung :-), es soll bisweilen zu Fehlern kommen, habe ich gehört :-)

Update vom 01.10:

Service und Mainova passt irgendwie so gar nicht zusammen. Jährlich grüßt das Murmeltier musste ich natürlich mal wieder meine Jahresabrechnung an mahnen (s.o). Also Mail geschrieben. Das Mindeste was man erwarten könnte, wäre eine Empfangsbestätigung oder ? Weit gefehlt, man sieht und hört einfach gar nichts. Das Abbuchen seitens Mainova geht allerdings Ruckzuck. Nachdem ich mir das 3 Wochen angesehen habe, entschied ich mich die Abbuchung erstmal rückgängig zu machen. Zwei Tage später hatte ich Post von der Mainova. Allerdings wurde sich mit keinem Wort entschuldigt, äh hallo gehts noch, gerade bei der Vorgeschichte hätte ich wenigstens eine schleimtriefende Entschuldigung erwartet. Stattdessen habe ich lediglich eine neue Jahresabrechnung mit einer Gutschrift bekommen, that´s all. Na ja die Gutschrift hatte ich mir ja selbst schon wieder zurück geholt und man darf gespannt sein was nun passiert :-).

Beim ersten adäquaten Konkurrenzangebot für Gas sieht Mainova keinen Cent mehr von mir. Irgendwie ruht man sich da doch sehr auf einer (noch) Monopolstellung aus und ich kann nur alle Konkurrenten herzlichst einladen den Damen und Herren der Mainova mal Dampf unter den wohlgeformten Hintern zu machen. Zumindest vor der Servicequalität von Mainova muss niemand angst haben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

also ich bin installateur in ffm und stelle unter anderen für kunden anträge für zähler bei der mainova. man sollte an dieser stelle wissen das der versorger lediglich den auftrag bekommt einen zähler einzubauen, mit welcher wohnung dieser letzten endes verbunden wird wissen die gar nicht, aber alles in allem ist es trotzdem ein starkes stück ;)

Anonym hat gesagt…

Auch wenn der Thread schon älter ist und man natürlich sagen kann, dass die Vermutung der Zählerverwechslung schon früher hätte einem in den Sinn kommen können... Es besteht noch immer der Irrglaube, dass der Energieversorger für die Zähler verantwortlich ist. Dem ist aber nicht so. Eigentümer des Zählers ist immer der Verteilnetzbetreiber. Für die Zählerzuordnung ist immer nur einer verantwortlich - nämlich der Hausbesitzer. Dass die Mainova hier den Zähler geprüft hat ist gesetzlich so geregelt. AUch wenn der Netzbetreiber Eigentümer des Zählers ist, muss lt. Grundversorgungsverordnung immer der Grundversorger die Zählerprüfung durchführen. Wenn wir schon dabei sind: Die Kosten von 400 EUR dienen nicht der Abschreckung! Die Grundversorgungsverordnung sieht vor, dass der Endverbraucher die Kosten bezahlt, wenn der Zähler in Ordnung ist. Deshalb: Bitte sich immer zuerst mit den Gesetzen und Verordnungen auseinandersetzen, bevor hier jemand im World Wide Web an den Pranger gestellt wird.... ;o)

Anonym hat gesagt…

Dann sag doch mal welche Gesetze belegen, dass der Versorger für eine Zählerüberprüfung 400 EUR, fast 1000 DM nehmen darf. Für mich sieht es einfach so aus, als hättet Ihr kein Bock die Zähler zu überprüfen und deshalb nimmt man einen Preis der völlig jenseits von Gut und Böse ist.
Wie lange dauert eine Zählerüberprüfung? Vielleicht 30 Minuten? Das wären dann satte 800 EUR pro Stunde.
Wer will bei dem Risiko schon seinen Zähler checken lassen? Niemand und genau das ist das Ziel.
Ich glaube Mainova steht hier völlig zurecht am Pranger.

Anonym hat gesagt…

Mainova ist der groesste drecksverein den es ueberhaupt gibt !!!!!!!!!!
Kann nur jeden raten sich einen anderen Anbieter zu suchen.a

Anonym hat gesagt…

Der groesste Abzocker den es gibt, kann nur jeden raten einen anderen Anbieter zu suchen!!!!!!!

Anonym hat gesagt…

Ich habe auch selbst schlechte Erfahrungen machen müssen mit der Mainova.
Ich hatte einmal vergessen die Rechnung zu bezahlen und schon haben Sie mit Inkasso gedroht und Schufa.
Ja es stimmt Mainova sind richtige Arschlöscher.

Anonym hat gesagt…

...ich bin jetzt in sehr ähnlicher Situation und habe sehr große Probleme mit mainova. Auch wegen Gas. und das alles zum zweiten Mal...

In der alten Wohnung hatte ich Wärme...und habe diese ein Jahr länger bezahlen müssen, obwohl ich umgezogen bin und schriftliche Kündigung an mainova gescheiben habe... es lohnt sich hier das ganze nicht zu erzählen, weil man einfach keine Worte hat.

Kann mir vielleicht jemand helfen... ich will von mainova mit Strom und Gas weg. Hat jemand in Frankfurt für mich eine Empfehlung? Vielen Dank

Anonym hat gesagt…

...ich bin jetzt in sehr ähnlicher Situation und habe sehr große Probleme mit mainova. Auch wegen Gas. und das alles zum zweiten Mal...

In der alten Wohnung hatte ich Wärme...und habe diese ein Jahr länger bezahlen müssen, obwohl ich umgezogen bin und schriftliche Kündigung an mainova gescheiben habe... es lohnt sich hier das ganze nicht zu erzählen, weil man einfach keine Worte hat.

Kann mir vielleicht jemand helfen... ich will von mainova mit Strom und Gas weg. Hat jemand in Frankfurt für mich eine Empfehlung? Vielen Dank

jörg lübeck hat gesagt…

bei mainova ist alles durcheinander falsche und zu hohe rechnungen habe alles einem anwalt übergeben-bei gleichen sorgen können wir winw sammelklage machen und an die presse gehen

Albert hat gesagt…

Wir haben ein Hotel und haben die Versorgung bei Mainova gehabt . Die Preisangebote Netto sind bei Mainova immer auch ohne Gassteuer
was bei anderen Anbietern in den Portalen nicht der Fall ist. Dadurch erscheint der angegebene KWh Preis der Mainova natürlich immer günstiger weil die 0,55ct/KWh nicht angegeben werden. Das Böse Ende kommt dann mit dem Vertrag und der Rechnung wenn man die Gassteuer nun übersieht, aber das hat Methode.

MFG
A.Feger

S.Auer hat gesagt…

Auch ich kann über probleme berichten. Ich hatte einen kombivertrag für tg und nt und 2 zähler, auf einem wurde nur die nachtspeicherheizung betrieben. Im okt. 2010 wollte ich diese anstellen, sie blieb kalt. mir wurde mitgeteilt, ich müsse das erstmal von einem elektriker kontrollieren lassen. notgedrungen kaufte ich radiatoren, um nicht weiter im kalten zu sitzen.
im dez 2012 zog ich um und bekam eine endabrechnung von sagenhaften 900 euro. daraufhin legte ich widerspruch ein, u. a. auch wegen falscher RG. ich bekam nur normalstrom berechnet, nachtstrom tauchte in der rechnung gar nicht mehr auf. auf dem zähler der heizungen waren o kw verbrauch.
man teilte mir dann mit, das dieser zähler bereits 10/2010 abgestellt wurde ???? warum? die grundgebühr wurde aber trotzdem weiter berechnet für die letzten 3 jahre. das war nur das wichtigste, alles genau zu beschreiben ergäbe einen roman. nur soviel: heute (2.5.14) habe ich erneut eine mahnung erhalten, mein widerspruch wurde nicht mal bearbeitet. ich werde erneut widerspruch einlegen, habe ja zeit :-) und bin die zum glück los.

Anonym hat gesagt…

Mir gehts gerade genauso. Die Mainova berechnet Strom für einen Zähler den es nie gab.

habe eine Endabrechnungpber 900 € erhalten. Den Zähler gibt und gabe es nie.

Echt ein starkes Stück!