Sonntag, 24. Januar 2010

Vorsicht vor Telforce One Netzteilen

Die können schon mal explodieren. Und zwar mit einer Lautstärke, dass man noch längere Zeit ein Pfeifen in den Ohren hat....

Dienstag, 12. Januar 2010

Was genau machen wir in Afghanistan?

Die Bundeswehr in Afghanistan gehört zur "International Security Assistance Force". Das Ziel der ISAF lautet:

"Aufgabe der ISAF ist die Unterstützung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan. In erster Linie soll so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden."

Also kurz: Wiederaufbau, Demokratie und Stabilität.

Wunderbar. Klingt ja alles ganz super. In diesem Glauben wandelte ich fröhlich und unbeschwert bis ich die Tage beim Googlen über die folgende Schlagzeile stolperte...


Darin heißt es mit Verweis auf die Schweizer Depeschenagentur (sda):

"...Die drei grössten Abnehmer waren demnach die
Vereinigten Arabischen Emirate (7,9 Mrd USD), gefolgt von Afghanistan (5,4 Mrd USD) und Saudi-Arabien (3,3 Mrd USD). Die NATO erwarb für 924,5 Millionen Dollar....
Die Profiteure dieser Entwicklung sind Firmen wie Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman und General Dynamics."


Nein, die Topkunden der amerikanischen Rüstungsindustrie sind mittlerweile alle im Nahen Osten. So ein Zufall. Ein Schelm der böses dabei denkt. Wirtschaftsimperialismus? Aber nein, so wollen wir das nicht nennen.

Aber Moment mal.....

Afghanistan kauft alleine in den USA 5 Mal mehr in Waffen als die gesamte NATO?

Wow.

Aber es wird noch besser, denn....

Das Auswärtige Amt schreibt zu Afghanistan:
"Afghanistan zählt acht Jahre nach Beginn des internationalen Wiederaufbauengagements laut UNDP-Statistik immer noch zu den ärmsten Ländern der Erde und ist das ärmste Land außerhalb von Schwarzafrika. Industrieproduktion ist kaum vorhanden, 80% der Bevölkerung sind im landwirtschaftlichen Bereich tätig."

Also kauft das ärmste Land außerhalb Schwarz-Afrikas
in den USA 5 Mal mehr Waffen als 28 Staaten aus Europa und Mittelamerika zusammen, die zu den reichsten Ländern der Welt gehören.

Wow.

Aber es wird noch besser...

Denn laut Auswärtigen Amt betrug das Bruttoinlandsprodukt für Afghanistan 2008/2009 12 Mrd. USD von denen "nur noch" 33% aus dem Drogenanbau stammen. D.h. Afghanistan gibt inklusive aller Erlöse aus Drogengeschäften 45% seines BIP für Waffen alleine in den USA aus???

Jetzt muß man sich mal vor Augen führen, was das für Deutschland bedeuten würde. Das Deutsche BIP betrug 2008 ohne die Erlöse aus Drogengeschäften 3500 Mrd. USD. Würden wir gleichfalls 45% unseres BIP's für Waffen ausgeben, wären das 1572 Mrd USD. Das entspricht in etwa der Hälfte unserer Staatsverschuldung.

Wow.

Gerade die Tage kam die langersehnte Hurrameldung aus Afghanistan:

"Afghanen sehen die Zukunft positiv"

Dort heißt es:

"Ein wichtiger Faktor für die bessere Stimmung in Afghanistan sind konkrete Fortschritte in den alltäglichen Lebensbedingungen der Menschen. So bestätigen viele Befragte, dass sich die Stromversorgung spürbar verbessert hat."

Während sich der amerikanische Einflußbereich im Nahen Osten immer weiter ausdehnt und der amerikanischen Rüstungsindustrie 2009 Rekordumsätze beschert, haben wir bei unserer "Wiederaufbaumission" volle 8 Jahre für die Erkenntnis gebraucht, daß Strom vielleicht eine nützliche Sache wäre. Und während wir über Schulen, Brunnen und Straßen reden, gibt Afghanistan mal eben in einem Jahr 5 Milliarden Dollar für Waffen nur in den USA aus.

Wie waren doch gleich unsere Ziele?
Wiederaufbau, Demokratie und Stabilität??? Oder sind wir tatsächlich nur ein Werkzeug des modernen amerikanischen Imperialismus, der sich unter einem Deckmantel allgemeiner Terrorhysterie versteckt?

Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass wir in unserem Wiederaufbaueifer nicht noch 8 Jahre brauchen um herauszufinden, dass der Zugang zu sauberem Wasser vielleicht auch eine gute Idee wäre.

Unter dem Aspekt,dass Guido Westerwelle gerade ankündigt hat," dass die Deutsche Unterstützung bei der Stabilisierung des Jemen fortgesetzt werden soll", mit anderen Worten, dass die USA und Europa vielleicht gerade die Vorbereitungen für einen zweiten "Krieg gegen den Terror und für den Wiederaufbau" im Jemen führen, halte ich es für wichtig folgende Fragen zu stellen.

Während die amerikanische Rüstungsindustrie Rekordgewinne 2009 im Nahen Osten generiert, wird uns erzählt wir betreiben den Wiederaufbau Afghanistans. Wie kann es dann sein, dass Afghanistan in einem Jahr 67,5% seines BIP's (ex Drogen) für Waffen in den USA ausgibt, während es 8 Jahre dauert eine rudimentäre Stromversorgung aufzubauen?

Woher kommt das Geld, dass Afghanistan für Waffen ausgibt?

Wer genau bekommt eigentlich die Waffen, die die Afghanen da kaufen?

Sind unsere Steuergelder, die für den Wiederaufbau bestimmt waren, in Waffengeschäfte Afghanistans mit den USA geflossen?

Fließen Gelder aus dem Drogenanbau in die amerikanische Rüstungsindustrie?

Was sind unsere tatsächlichen Ziele in Afghanistan?

Liefert Deutschland Waffen an Afghanistan?

Montag, 11. Januar 2010

Islam-Hetze bei der FAZ

Wer sich mal ein Paradebeispiel für einen hetzerischen und islamfeindlichen Artikel anschauen möchte, dem empfehle ich den Artikel auf FAZ.NET "Terrorcamps im Jemen - Auch Deutsche gehen gern in die Schule des Hasses" .

Mit den stilistischen Mitteln eines Hedwig Kurz Mahler Romans zeichnet der Autor, der Redakteur der FAZ, Markus Wehner in diesem Artikel nicht nur mit Worten das paranoide Bild eines Jemen, in dem blutrünstige islamistsche Terroristen hinter jeder Ecke nur darauf warten Ungläubige abzuschlachten.

Der FAZ Redakteur und BILD-Verbindungsoffizier Thomas Wehner (Quelle)

Im Stile von "so stellt sich der BILD-Zeichner die islamistischen Terroristen (im Jemen) vor" bebildert er seinen Artikel auch noch so, dass selbst Analpheten auf den ersten Blick erkennen können können, wer hier der Terrorist und wer der Gute ist.

(Quelle)

Man beachte die stilistischen Mittel. Z.B. den drohenden Finger, die Arline und das Flugzeug, dass sich über alle 3 Personen erstreckt.
Unterbewußt wird assoziert: Terroristen sind Schwarze und Araber mit Bart die Böse schauen. Das Hobby aller Terroristen ist es Flugzeuge in die Luft zu jagen um DICH dabei zu töten.

(Quelle)
Und hier wird vermittelt: In Sana wimmelt es nur von Waffen und verlogenen Arabern, die wir alle mit unseren Spezialeinheiten erschiessen sollten. (Der KSK Soldat legt dabei genau auf den Betrachter an). Das Bild kann als eine direkte Kriegsdrohung gesehen werden.

Aber als ob dies des Schwachsinns nicht nicht genug wäre, schwenkt sein Artikel gegen Ende dahingehend ab, dass im Jemen mittlerweile auch viele Deutsche ausgebildet werden, die anschließend zurückkehren um hier die Terroristen von morgen zu werben.

SIE SIND UNTER UNS, UND SIE WOLLEN UNS ALLE TÖTEN

schreit er dem Leser förmlich ins Gesicht.

Welche Reaktionen er damit bei den unbedarften Lesern auslöst wird an den Kommentaren sehr schnell erkennbar:

Ulrich Stauf schreibt:
"Es ist schon mehr als nur einmal gesagt worden, dass sich Moslem wegen ihrer sklavischen Bindung an ihre Religion nicht in die freien Zivilgesellschaften des Westens (mit allen ihren Fehlern) integrieren lassen. Über kurz oder lang werden auch wir in Deutschland weitere islamistische Anschläge zu gegenwärtigen haben!
Und es wird, so hart und leider auch so (rechts)extrem es auch klingen mag, nur eine einzige Lösung in dieser Frage geben: Die völlige Trennung beider Welten, sodass ein friedliches Nebeneinander möglich ist."


Markus Teuber schreibt:
"Es tut mir herzlich leid,aber warum es in den beschriebenen Fällen zu keinerlei Festnahmen und Urteilen (Gefängnis oder Ausweisung) gekommen ist und kommt,ist mir völlig schleierhaft ! Jemand der konvertiert,sich einen islamisch-arabischen Namen zulegt,dort eine Schule,eine Moschee besucht,eine Familie im Umkreis radikalisierter Einheimischer gründet und sein gesamtes Leben an erkennbar radikal-islamischen Grundsätzen ausrichtet,will kein Deutscher (kein Amerikaner,kein Franzose...),kein dem westlichen Kulturkreis Zugehöriger mehr sein !"

Norbert Doerre schreibt:
"Die Geltung der Scharia als Teil des „Glaubens" bedeutet mithin ein Religionsprivileg, das alle anderen Religionen benachteiligt, weil sie diesen Geltungsanspruch nicht erheben. Da jeder Muslim auf die „göttlichen" Regeln verpflichtet ist, kann er weder ein Gewaltmonopol noch Grundrechte, geschweige denn Frauenrechte im Sinne des Rechtsstaats anerkennen."

Pauline Mohr schreibt:
"Man hat im Westen einer Religion das Placet der Religionsfreiheit gegeben - die keine Trennung von Kirche und Staat kennt. Keine Gewaltenteilung, keine Zivilgesellschaft, keine Frauenrechte, und liess damit zu, dass unter dem Deckmantel der "Religionsfreiheit" inzwischen Millionen Fundamentalisten frei und ungehindert aus-und einreisen können."

Manchmal kann man gar nicht so viel saufen, wie man kotzen möchte.

Sehr geehrter Herr Wehner,
wie Ihr "Erfolg" eindrucksvoll unter Beweis stellt, ist Ihr Artikel von einer Haßpredigt durch nichts zu unterscheiden. Sie fördern mit Ihrem Artikel ausschließlich Angst, Haß und Ausgrenzung gegenüber allen Muslimen. Kommt es irgendwann zu Übergriffen auf Muslime, so haben Sie und die Redaktion der FAZ hiermit einen konkreten Beitrag dazu geleistet. Wenn wir demnächst in den nächsten sinnlosen Krieg im Jemen ziehen, so haben Sie und die FAZ hiermit einen konkreten Beitrag dazu geleistet (Stichwort Irak). In meinen Augen sind Sie eine Schande für den deutschen Journalismus. Ich empfehle Ihnen dringend sich Ihren Gesinnungsgenossen bei der BILD anzuschließen. Leute mit Ihren journalistischen Qualitäten haben dort beste Chancen.

Ich fordere die FAZ auf, sich offen von diesem Artikel zu distanzieren und personelle Konsequenzen zu ziehen.

Aufruf an die Presse
meinelobby ruft die Presse auf, Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in Bezug auf die öffentliche Meinungsbildung endlich wieder gerecht zu werden. Statt einseitig Ängste zu schüren benötigen wir eine ausgeglichene Berichterstattung, die sich wieder offen und kritisch mit den Hintergründen auseinander setzt. Wie die Kommentare in erschreckender Weise zeigen, ist kaum Wissen über den Islam in der Bevölkerung vorhanden.

Allen um Terrorismus besorgten Mitbürger möchte ich folgendes mitteilen:
  • Egal was wir tun. Es gibt keine 100% Sicherheit. Das Leben ist nunmal lebensgefährlich.
  • Der Islam ist grundsätzlich eine friedliche Religion, die auf den Werten des alten Testaments basiert. Aber wie in jeder Religion gibt es auch hier durchgeknallte Fanatiker. Das Christentum hat gerade eine 1000 jährige blutige Geschichte der Kreuzfahrer und Inquisition hinter sich und ist erst seit dem Ende der IRA als halbwegs friedlich zu bezeichnen.
  • Die Frage lautet nicht Christentum gegen Islam sondern gemäßigt gegen Fundamentalismus.
  • In Deutschland ist seit 20 Jahren kein Mensch mehr durch Terrorismus ums Leben gekommen. In der gleichen Zeit wurden aber 200 Menschen in Deutschland vom Blitz erschlagen. Die Wahrscheinlichkeit das Du von einem Blitz getroffen wirst daher ca. 1 Million mal höher, als Opfer eines islamistischen Attentats zu werden. Sorge Dich daher um Blitze und nicht um Attentate.
Die Vergeßlichkeit der westlichen Welt

Darüber hinaus würde es der sogenannten zivilisierten westlichen Welt mal gut tun, wenn wir unser Verhalten mal kritisch hinterfragen würden.

Einige wirklich spontan aufgezählte Beispiele

Und wer profitiert von den ganzen Kriegen? Vielleicht hier mal reinschauen.... "US-Waffenverkäufe ins Ausland 2009 auf Rekordhoch"

Sonntag, 3. Januar 2010

Der Faschismus in Israel

Zu dem Thema Faschismus in Israel schreibt die liberale israelische Tageszeitung Haaretz

"The fascist alliance between the settler-style right and the Lieberman-style right is, therefore, accepted as self-evident."


"Das faschistische Bündnis zwischen den rechten Siedlern und den Lieberman-Rechten wird deshalb als offensichtlich akzeptiert."



(Avigdor Lieberman (Quelle))

Ein paar durchgeknallte Faschisten gibt es überall könnte man sagen. Allerdings ist der Avigdor Lieberman nicht nur ein ehemaliges Mitglied der verbotenen ultrarechten jüdischen Terrororganisation Kach, sondern mittlerweile gewählter israelischer Außenminister.



In dieser Funktion setzt er sich mittlerweile für einen Beitritt Israels zur EU ein. Die Bedingung Israels für den EU Betritt ist lediglich, dass "Europa härter gegenüber dem Terrorismus hier auftreten" müsse.

Um diese Aussage zu verstehen, muß man sich kurz vor Augen führen, wovon Herr Lieberman sonst noch so träumt. Dazu gehört unter anderem....

* die Deportation von israelischen Staatsbürgern arabischer Herkunft
* die Erschießung von arabischen Mitgliedern des israelischen Parlaments
* die Vernichtung Gaza's
* die Ermordung von palästinensischen Gefangenen


Damit könnte die Aussage durchaus bedeuten, dass die Bedingung für den EU Betritt Israels ist, dass Europa Israel bei der Endlösung des "Palästinerproblems" unterstützt.

Sensationell.

Dabei ist Herr Lieberman durchaus kein geisteskranker Einzelfall, der durch eine tragische Verwechselung zum Außenminister mutierte. Bereits 2004 unterstützten 64% der jüdischen Israelis die Idee der Deportation von arabischen Staatsbürgern Israels. Das Gegenstück zur Hamas, die jüdische Terrororganisation Kach, freut sich mittlerweile offen über den breiten Rückhalt in der Öffentlichkeit.

D.h. nachdem Herr Avigdor Lieberman vom Außenminister zum israelischen Ministerpräsidenten aufgestiegen ist und das Präsidialsystem (auch genannt Führersystem) eingeführt hat, könnte die Staatsflagge vielleicht so aussehen.....


Aber wie reagiert Deutschland 60 Jahre nach dem Ende des tausendjährigen Reiches?

Schauen wir doch mal....


Guido Westerwelle und Avigdor Lieberman beim Abschluss eines Vertrages über den gemeinsamen Bau von Vernichtungslagern im Gazastreifen?

Frank Walter Steinmeier und Lieberman erörtern die Vor- und Nachteile von Zyklon B gegenüber Stickstoffmonoxid?

Bisher wird die Hamas wird von uns völlig zu Recht boykottiert. Aber nach dem Empfang von Avigdor Lieberman in Berlin stellt sich die berechtigte Frage, warum wir nicht ebenfalls die gewählten Vertreter der Hamas nach Berlin einladen. Die Ideen Liebermans in Bezug auf die Palästinenser gehen deutlich über das hinaus, was ich von der Hamas in Bezug auf Israel gehört habe. In diesem Vergleich könnte man die Hamas sogar als "gemäßigt" bezeichnen.

Das beste wäre jedoch, wenn man sowohl die Hamas als auch israelische Faschisten wie Lieberman verhaften würde, sobald Sie europäischen Boden betreten. Anschließend sollte eine Anklage vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Anstiftung zum Völkermord erfolgen.

Es ist erstaunlich warum wir uns vor gleichzeitig vor islamischen Terror fürchten (für den wir so überhaupt keine Erklärung haben), während wir gleichzeitig einem jüdischen Faschisten die Hände schütteln, der sich offen für den Völkermord an den Palästinensern ausspricht.



Eines bleibt auf jeden Fall festzuhalten.

Was hat Israel aus der Ermordung von 6 Millionen Juden gelernt?
So Paradox es klingt. Die Antwort lautet offensichtlich: Die Idee zum Völkermord und den Faschismus.

Was haben die Deutschen aus der Ermordung von 6 Millionen Juden gelernt?
Da wir Faschisten und ehemaligen Terroristen schon wieder die Hände schütteln, statt diese entschieden auszugrenzen..... Offensichtlich nichts.

Was ist die Position der Parteien zu Avigdor Lieberman?

Hier ist die Position der SPD, und hier der FDP. Alle anderen haben sich bisher nicht dazu geäußert.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Was ein Minarettverbot bedeutet

Ich hatte die Tage eine interessante Diskussion mit 2 Kollegen.

Besonders interessant fand ich die dabei die folgende These.

"Ein Minarett ist kein religiöses Symbol, daher kann das Verbot auch keine Einschränkung der Religionsfreiheit sein."

Ein Minarett ist kein religiöses Symbol?
Die Schweiz hat nicht den Bau von runden Türmen mit spitzem Dach verboten. Ob ein runder Turm mit spitzem Dach verboten ist oder nicht hängt alleine vom Zusammenhang des Turm ab. Derselbe Turm auf einem normalen Gebäude ist in Ordnung, aber sobald der Turm in Zusammenhang mit einer Moschee und somit der Religion des Islam steht ist er verboten.
Daraus folgt: Natürlich ist ein Minarett ein religiöses Symbol. Im Grunde war dies der einzige Grund für Ihr Verbot.

Der überwiegende Teil der Diskussion drehte sich aber um die Frage:

Ist das Verbot von Minaretten eine Einschränkung der Religionsfreiheit?

Hier vertraten meine Kollegen die Auffassung:

"Nein, ein Minarettverbot ist keine Einschränkung der Religionsfreiheit, da die Muslime in Ihrem Glauben ja nicht eingeschränkt werden. Sie können nachwievor in die Moschee gehen und Beten zu wem Sie wollen."

Allerdings kann ich so auch folgende Argumentionskette aufbauen.
Unter den Nazis waren Synagogen als ganzes verboten. Allerdings wurde kein Jude daran gehindert zu beten. Die Juden mussten zwar einen Stern tragen und wurden industriell vernichtet, aber selbst in der Gaskammer konnten sie beten wann und zu wem Sie wollen. Demzufolge herrschte unter den Nazis ebenfalls Religionsfreiheit.

Sensationell.

Und so kann man sich dieser Frage auf sehr dramatische Weise nähern.

Stellen wir folgende Frage an die Mehrheit der Deutschen, die Minarette derzeit auch in Deutschland verbieten würde.

Sollten Minarette auch in Deutschland verboten werden?
Ja

Sollten nicht auch Moscheen verboten werden?
Ja, eigentlich schon.

Wenn wir Moscheen verbieten, warum verbieten wir nicht auch die Synagogen, und wenn Sie verboten sind, warum zünden wir Sie nicht an?

An diesem Punkt schwenkt die Zustimmung in blankes Entsetzen.
Der Kollege sagte: "Nur weil ich gegen Minarette bin, möchte ich keine Juden vernichten!!!".

Diese Reaktion ist interessant, weil von "Juden vernichten" hatte ich gar nichts gesagt.

Aber hier zeigt sich

was das Verbot von Minaretten bedeutet

Stören sich die Menschen an runden Türmen oder an en Gebäuden zu denen Sie gehören? Die Antwort ist natürlich, dass die viele Menschen in Europa gar keine Moscheen in Ihrer Nähe haben möchte.
Darüber hinaus gibt es keine "eingeschränkte Religionsfreiheit". Freiheit ist absolut oder man ist nicht frei. Fängt man an die Freiheit einzuschränken, gibt es überhaupt keine moralische Barriere mehr, warum man die Verbote mit der Zeit nicht noch drastisch verschärfen sollte. Und wohin das am Ende führen kann, haben wir vor 60 Jahren auf eindrucksvolle Weise gesehen.

Wenn man sich anschließend fragt, "Wie konnte das alles passieren?", so sehen wir hier einen ersten Schritt in eine gefährliche Richtung.

Aber das wirft eine interessante neue Frage auf...

Warum ist eigentlich eine Mehrheit in Europa für ein Verbot von Minaretten und defacto für ein Verbot von Moscheen?

Das Verbot von Minaretten wendet sich ausschließlich gegen den Islam. Niemand denkt derzeit über ein Verbot von Synagogen oder buddhistischen Tempeln nach. Es geht also schon mal nicht um eine allgemeine Feindlichkeit gegenüber anderen Religionen.

Aber worum geht es dann?

Schlichtweg Angst.

  • Der Kalif von Köln und alle sonstigen Haßprediger,
  • die Schariah
  • der Karrikaturenstreit,
  • die Ermordung des holländischen Regisseurs Theo van Gogh durch den islamischen Fundamentalisten Mohammed Bouyeri,
  • die für uns unbegreiflichen Selbstmordattentate in Madrid, London und natürlich die Anschläge von 11. September
haben dazu geführt, dass der überwiegende Anteil der Bevölkerung sich vor dem Islam fürchtet. Sie haben Angst, dass die Moscheen in Ihrer Nachbarschaft zu einer direkten Bedrohung für Sie werden könnte.

Das ist verständlich und als solches zu akzeptieren.

Aber!

Heute haben wir Angst vor der Ausbreitung des Islam. Vor 60 Jahren Jahren hatten wir Angst vor einer Ausbreitung der Juden. Wir haben heute die gleiche Angst wie vor 60 Jahren!

Worin liegt allerdings die Ursache für unsere Angst vor dem Islam?
Zum einen liegt die Ursache natürlich im Islam selbst, da es ihm nicht gelingt sich ausreichend von den Fundamentalisten zu distanzieren.
Auf der anderen Seite liegt es an unserem allgemeinen Desinteresse gegenüber dem Islam.
Kennt jemand das wichtigste islamische Fest und seine Wurzeln? Kennt jemand die Bedeutung der Pilgerfahrt und des gemeinsamen Gebets in der Mosche?
Das sind wirklich einfache Dinge, die zu einem besseren Verständnis führen könnten. Aber ich mache jede Wette, dass kaum jemand, der sich vor dem Islam fürchtet, diese Fragen beantworten könnte.

Unwissenheit führt zu Unsicherheit, Unsicherheit zu Angst und eine Masse in Angst führt zu........ jedenfalls nichts gutem.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Besonders enttäuschend fand ich z.B. die Reaktion des bekannten Regisseur türkischer Abstammung Fatih Akin, der sich jetzt offen für einem Boykott der Schweiz ausgesprochen hat. Ich z.B. kenne kein einziges muslimisches Land, in dem auch nur ansatzweise Religionsfreiheit herrscht. Ich könnte ja mal versuchen in der Türkei (immerhin ein EU-Beitrittskandidat) eine Kirche zu bauen.

Sehr geehrter Herr Akin,
bevor Sie die Schweizer verurteilen und vielleicht zu folgenschweren Boykotten aufrufen, stellen Sie mir doch bitte mal die Lage der Religionsfreiheit in der Türkei aus Sicht der christlichen Minderheit dar.

Das ist auf jeden Fall schon mal keine Lösung und wird die Lage nur weiter verschärfen.

Die Lösung ist jedenfalls sehr einfach:
Zum einen sollten sich Christen, Juden und Muslime mal die gemeinsame Wurzel Ihrer Religionen vor Augen führen.
Zum anderen kann aber das Bild, welches wir vom Islam haben zu einem Teil nur durch den Islam geändert werden. Wenn man etwas ändern möchte, sollte es die Aufgabe eines jeden Muslims sein, sich klar und entschieden von jeder Art von Fudamentalismus zu distanzieren. Gleichzeitig sollten die Muslime aber auch Verständnis für die derzeitigen Ängste der Christen zu zeigen.
Das kann man sogar verallgemeinern. Generell müßen Fundamenalisten in allen Religionen religionsübergreifend geächtet und somit isoliert werden. Es sollte eine gemeinsame Front aller gemäßigten Christen, Juden und Muslime gegen den Fundamentalismus geben.
Aber wir als christliche Mehrheit müssen uns auch mehr für den Islam interessieren.
Eine Idee wären z.B. Tage der offenen Tür in Moscheen, bei denen vielleicht auch Nicht-Muslime ein Gebet miterleben können. Wenn man dies noch durch die Kommunen fördern würde, wäre dies z.B. ein Schritt der das Verständnis der Christlichen Mehrheit für den Islam stark verbessern könnte.

Ein Beispiel was passieren kann, wenn man Fundamentalisten nicht bremst, ist derzeit übrigens Isreal. Der faschistische Außenminister Israels Awigdor Lieberman hat sich offen für ethnische Säuberungen, Erschießung von muslimischen Parlementsabgeordneten und Deportationen ausgeprochen. Die Tatsache, dass solche Leute gewählt wurden zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung genauso denkt. Noch erschreckender finde ich, dass solche Leute von der Bundesregierung auf deutschem Boden empfangen werden. Ich hoffe er hat nicht gefragt, ob wir Dachau für Ihn noch mal reaktivieren können.

Dienstag, 22. September 2009

Wohnungsdurchsuchung nach Haarschnitt

Nach einem Bericht des Magazins Frontal 21 wurde die Wohnung des Selbständigen Arnold Sasha allein aufgrund der Tatsache durchsucht, dass er anderen Leute die Haare schneidet.

Das wirft natürlich Fragen auf. Insbesondere an das Amtsgericht in Göttingen.

"An den zuständigen Richter in der Sache Wohnungsdurchsuchung Arnold Sasha. Der Bericht in Frontal 21.

Sehr geehrter Herr Richter,
wenn man als Richter eine Wohnungsdurchsuchung mit "schneidet Haare" begründen kann, frage ich mich als besorgter Bürger, was man noch als "Rechtsbeugung" bezeichnen könnte. Trotz meiner großen Phantasie fällt mir hierzu überhaupt nichts mehr ein. Ihnen vielleicht?
Mit freundlichen Grüßen!"


Terrorist vs. Haareschneider

Folgendes finde ich mal sehr interessant:

Ein Terrorist, dessen Telefon gerade überwacht wird, kann sich sicher sein, dass alle Aufzeichnungen, die den Kernbereich der privaten Lebensgestaltung betreffen unverzüglich gelöscht werden.

Demgegenüber steht eine Hausdurchsuchung, d.h eine vollständige Durchsuchung des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung und völlige Zerstörung jeglicher Privatsphäre, nur weil jemand gegen Geld einem anderen Menschen die Haare schneidet....

D.h. ein Terrorist genießt deutlich mehr Rechtssicherheit als jemand der Haare schneidet...

Sensationell....

Sonntag, 13. September 2009

Erfahrung mit dem Autohaus Karl & Co in Mainz

Als ich Ende April meinen Wagen zum Autohaus Karl & Co in Mainz bringe, bin ich froh endlich meine inzwischen abgefahrenen Goodyear Eagle loszuwerden. Auf trockener Strasse ist der Reifen top, auf nasser Strasse ist der Reifen aber selbst bei defensiver Fahrweise einfach nur brandgefährlich.

Als ich abends den Wagen abhole staune ich daher erst mal nicht schlecht, als ich statt der neuen Michelin wieder einen Satz Goodyear Eagle auf der Hinterachse habe. :-(

Ich hatte extra einen Satz Michelin vorab bestellt, dumm nur, dass ich die Reifengröße aus dem KFZ-Schein genommen habe. Wie ich dann später lernen musste ist das nicht unbedingt die Größe, die man auf dem Sommerreifen hat. Mit anderen Worten ich hatte die falsche Größe bestellt.

Aber auf die Reifeneigenschaften angesprochen erzählte mir ein Mitarbeiter des Autohauses lang und breit, dass es sich bei dem Reifen um einen speziell für BMW getesteten Reifen handelt, der besonders gut in eigenen Tests getestet wurde, was man an einem speziellen Stern erkennen würde etc etc. Auf gut Deutsch: Er hat mich zugelabert.

Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit dem Reifen, fragte ich allerdings bei einem anderen Reifenhändler nach, ob er mir die beiden Reifen abnehmen würde und mir im Gegenzug gleich einen kompletten Satz neuer Sommerreifen verkaufen würde.

Der Händler war einverstanden, allerdings staunte ich nicht schlecht als mir der Reifenhändler mitteilte, dass der Reifen bei Ihm für 100 EUR zu haben ist. Das Autohaus Karl & Co hatte mir den gleichen Reifen für 166 EUR verkauft. Das sind mal satte 65% Aufschlag.

Noch erstaunter war ich, als mir der Reifenhändler mitteilte, dass der Reifen, der mir als Neuware verkauft worden war, bereits mehr als 3 Jahre alt war.

Endgültig sauer war ich, als ich mir beim ADAC mal den Testbericht zum Goodyear Eagle durchgelesen habe. Im Test 03/2004 wurde der Reifen dort als zweit schlechtester Reifen getestet. "Schwach auf nasser Fahrbahn. Besonders beim Bremsen".

Mit anderen Worten.... Ohne Rücksprache hat man mir beim Autohaus Karl & Co einen völlig veralteten Schrottreifen zu einem total überzogenen Preis montiert. Ich hatte mich darauf hin beim Autohaus beschwert, allerdings reagierte man dort nicht weiter.

Also traut keinem Autohändler und schon gar nicht Karl & Co.